Der Mobbingtest
| | Punkte | Erreichte Punkte |
1. | Deine Möglichkeiten, sich frei zu äußern sind stark eingeschränkt | 20 | |
2. | Du gehörst einer anderen Nationalität oder Religion an als die meisten anderen in Deiner Klasse | 15 | |
3. | Du wirst von Deinen Mitschülern nie privat eingeladen | 5 | |
4. | Du wirst mit Telefonterror belästigt | 20 | |
5. | Die Mitschüler verstummen, wenn Du den Raum betrittst | 10 | |
6. | Man lacht über Dich | 10 | |
7. | Man spricht nicht mehr mit Dir | 20 | |
8. | Du wirst ständig kritisiert | 15 | |
9. | Man verbreitet Gerüchte über Dich | 15 | |
10. | Man greift Deine persönliche Meinung an | 10 | |
11. | Du bist sexuellen Belästigungen verbal oder tätlich ausgesetzt. | 20 | |
12. | Man zwingt Dich Dinge zu tun, die Dein Selbstbewusstsein verletzen. | 20 | |
13. | Man stellt Deine Entscheidungen in Frage | 10 | |
14. | Man imitiert Dich, Deinen Gang, Deine Stimme, Dein Lachen... | 20 | |
15. | Man gibt Dir Aufgaben weit unter Deinem Können | 15 | |
16. | Man gibt Dir Aufgaben, die Deine Möglichkeiten übersteigen | 10 | |
17. | Man verdächtigt Dich, psychisch krank zu sein | 15 | |
18. | Du hast keine Freude mehr an Deiner Arbeit | 15 | |
19. | Du warst in letzter Zeit öfter krank | 15 | |
20. | Du warst in letzter Zeit gereizt | 10 | |
21. | Du gehst nicht zu Klassenfesten oder sonstigen freiwilligen Veranstaltungen der Schule | 10 | |
22. | Dir wurde schon einmal körperliche Gewalt angedroht | 15 | |
23. | Deine persönlichen Dinge werden beschädigt (Schulranzen, Bücher, Mäppchen...) | 10 | |
24. | Du gehst weniger aus als früher | 10 | |
25. | Mitschüler werden gegen Dich aufgestachelt | 20 | |
26. | Man macht Witze auf Deine Kosten | 20 | |
27. | Mitschüler , zu denen Du früher engen Kontakt hattest, ziehen sich zurück | 15 | |
28. | Du leidest an Schlafstörungen | 10 |
|
Testauswertung :
Gesamtpunktzahl unter 40 Punkte :
Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen
Gesamtpunktzahl 40 – 80 Punkte :
Es kann der Anfang von einem Mobbing sein, kann aber auch andere Ursachen haben, wie Konflikte zu Hause oder im Freundeskreis.
Gesamtpunktzahl 80 – 165 Punkte :
Du bist einem Mobbing ausgesetzt, musst aber nicht « das Handtuch werfen ». Durch selbstbewusstes Auftreten und mutiges Ansprechen der Situation könntest Du das Schiff noch wenden.
Gesamtpunktzahl über 165 Punkte :
Du bist Opfer von Mobbing. Die Situation ist für Dich unerträglich und Du solltest Dich nicht scheuen, Hilfe von außen zu holen.
Mobbing in Schulen
Das Wort Mobbing wird oft für zwischenmenschliche Konflikte aller Art benutzt.
Der Begriff Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet : anpöbeln, fertigmachen.
Mobbing ist eine Form offener und/oder subtiler Gewalt gegen Personen über längere Zeit mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung. Es kann sich dabei um verbale und/oder physische Gewalt handeln. Es geht um häufiger und länger anhaltende, systematische und auf eine Person gerichtete Schikanen.
Mobbing in der Schule
« Schulmobbing » bezieht sich auf die verschiedenen Formen von Psychoterror im schulischen Rahmen, also nicht die üblichen Schulkonflikte, sondern Handlungen negativer Art, die durch eine oder mehrere Personen gegen einen Schüler oder eine Schülerin, aber auch gegen eine Lehrkraft, Schulleiter/in, Hausmeister oder Eltern (und umgekehrt) gerichtet sind, und die über einen längeren Zeitraum hinaus dauern.
Definition
Mobbing steht für alle böswilligen Handlungen, die kein anderes Ziel haben, als eine Mitschülerin oder einen Mitschüler fertig zu machen. Dazu gehören etwa hinterhältige Anspielungen, Verleumdungen, Demütigungen, Drohungen, Quälereien oder sexuelle Belästigungen.
Erscheinungsformen
Form psychischer Gewalt : Hänseln, Drohen, Abwerten, Beschimpfen, Herabsetzen, Bloßstellen, Schikanieren oder im indirekten Mobbing : Ausgrenzen, Rufschädigen, « Kaltstellen » durch das Vorenthalten von Informationen und Beschädigen von Eigentum der gemobbten Person.
Davon unterschieden wird das Bullying, die unter Jugendlichen praktizierte physische Gewalt, mit der bestimmte Opfer durch ihnen überlegene Mitschüler gequält werden.
Auswirkungen
Das Opfer sucht das « Problem » zunächst bei sich selbst, und dies oft über längere Zeit. Nur selten informiert ein Schüler oder eine Schülerin einen Lehrer oder erzählt den Eltern, was geschieht.
Folgen auf die gesamte Persönlichkeit :
· Verlust des Selbstvertrauens (nicht nur im Leistungsbereich)
· Schlafstörungen
· Depressive Tendenzen
· Passivität
. Abnahme der Lernmotivation bis zu Schulunlust und Schulvermeidung
· Physische Schädigungen wie Verletzungen
· Psychosomatische Reaktionen (Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Schlafstörungen)
· Sonstige Reaktionen : Unkonzentriertheit, Leistungsrückgang, Fehltage durch Krankheitstage oder Schwänzen, Rückzug aus sozialen Bezügen, Ängste, Depressionen, Suizidversuche...)
In folgenden Verhaltensweisen können Anzeichen für Mobbing zu finden sein :
· Schüler/Schülerinnen wollen nicht mehr zur Schule gehen
· Wollen zur Schule gefahren werden
· Ihre schulische Leistung lässt nach
· Verlieren Geld (Geld wird verwendet, um Täter zu bezahlen)
· Können/wollen keine schlüssige Erklärung für ihr Verhalten geben
· Beginnen zu stottern
· Ziehen sich zurück
· Haben Alpträume
Persönlichkeitszüge bei Opfern und Tätern
Folgende Persönlichkeitszüge bei Opfern fördern Mobbing :
· Ängstliche oder überangepasste Menschen, wenig Selbstwertgefühl
· Auffälliges oder andersartiges Aussehen
· Ungeschicklichkeit
· Hilflosigkeit
· Geringe Frustrationstoleranz
· Opfer kommt aus betont gewaltsensiblen oder gewaltächtenden Familien
· Besonders gutgläubiger und vertrauensvoller Umgang mit den Mitschülern
Bei Tätern sind folgende Tendenzen zu beobachten :
· Demonstration von Stärke/Macht (häufig körperliche, seltener geistige Überlegenheit)
· Steigerung des (mangelnden) Selbstwertgefühls
· Kompensation von Schwächen
· Führerverhalten (sie haben oft Anhänger/Mitläufer in Cliquen)
Häufigkeit
In allen Klassenstufen und Altersstufen
· In der Unterstufe häufiger Bullying als Ausgrenzung, wenn sportlich ungeschicktere, brav aussehende Mitschüler körperliche Unzulänglichkeiten zeigen.
· In der Mittelstufe bestimmen Mode-Normen ,Verhaltensnormen im Unterricht (Streber !) und beginnende gegengeschlechtliche Freundschaften (Eifersucht, Rivalität) das Mobbing.
· In der Oberstufe scheint auch der Konkurrenzdruck in Form der Punkte-Jagd eine Rolle zu spielen.
Jungen wenden häufiger physische Gewalt an oder machen Mitschüler offen fertig, Mädchen wenden eher subtile Formen an.
Ursachen
· Versagen der Führungskraft, d.h. Lehrkräfte müssen sensibler Mobbingvorgänge wahrnehmen und darauf reagieren.
· Gruppendynamische Prozesse. Eine neu zusammengewürfelte Klasse, der oder die « Neue » kommt in eine Klasse, aber auch persönliche Aspekte des Täters (Rachebedürfnis, Eifersucht, Konkurrenz etc.) bilden den Motivhintergrund
· Bestimmte Persönlichkeitszüge des Opfers
· Generell : Mobbing ist ein Symptom für gestörte Kommunikation. Die Opfer werden isoliert, die Täter bekommen keine Rückmeldung über die Auswirkungen ihrer Schikane.
Maßnahmen gegen Mobbing
· Grundsatz : Nicht ignorieren, nicht wegschauen sondern handeln ! ! !
· Klar Standpunkt beziehen und versuchen einen Perspektivwechsel beim Täter zu ermöglichen und die psychischen Folgen für die Opfer klar zu machen.
. Thematisieren im Klassengespräch.
· Intervenieren – Einzelgespräch mit Opfern und Tätern.
· Vereinbarungen : Täter-Opfer-Ausgleich.
· Streitschlichter-Programm .
· Klassenregeln als präventive Maßnahmen gegen Mobbing vereinbaren.
· Antimobbing-Vereinbarung in der Klasse (vertragliche Regelung : Formular ist bei mir erhältlich)
Quelle :
-LCH, Dachorganisation der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer
- Schulberatung Bayern